Handball, Oberliga: Lit Tribe Germania ein Titelkandidat wider Willen

Jörg Wehling

Hille (mt). Die Rolle des Favoriten überlässt Daniel Gerling, Trainer des Handball-Oberligisten Lit Tribe Germania, sehr gerne der TSG Altenhagen-Heepen. „Wir wollen gut in die Saison starten, und wir wollen uns in der Tabelle gegenüber der Vorsaison nicht verschlechtern“, sagt Gerling zu den Zielen, die er mit seinem Team erreichen möchte. Platz drei sicherte sich das klassenhöchste Handballteam der Stadt Hille in der vergangenen Saison und ähnlich hoch hinaus soll es auch in der anstehenden Serie gehen.

Angesichts der prominenten Verstärkungen mit dem ehemaligen Profis Evars Klesniks an der Spitze gilt das Lit-Team sogar als Mitfavorit auf Platz eins. „Als Titelkandidat sehe ich uns aber auf keinen Fall“, sagt Gerling, schränkt seine Aussage aber auch ein: „Wenn jemand schwächeln sollte, dann sollten wir aber bereit sein.“ Wobei Platz eins nicht automatisch zum Aufstieg in die 3. Liga reicht, es muss der Umweg über die Relegation gegangen werden.

Gerling hat einen Kader beisammen, der durch die Zugänge noch einmal an Qualität gewonnen hat, und es so mit dem der TSG Altenhagen/Heepen aufnehmen kann. Als erstes steht da Evars Klesniks, der durch seine Bundesliga-Erfahrung der Abwehr deutlich mehr Stabilität geben dürfte. Dass der 38-Jährige sehr gut zum Lit-Team passt, wird von allen Seiten bestätigt. „Er hat sich hier prima eingeführt. Mein Eindruck ist auch, dass er sich hier sehr wohl fühlt bei uns“, berichtet Mitspieler und Lit-Leistungsträger Jannik Borcherding von den ersten Wochen mit dem ehemaligen Spieler der HSG Wetzlar.

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Zwei Profis kommen: Top-Verstärkungen für HSV- und Lit-Frauen

Christian Bendig

Minden (cb). Der Saisonstart rückt für die Amateurhandballer immer näher. Insgesamt zeigte sich vor allem der heimische Frauenhandball als Verschiebebahnhof. Die Personalplanungen insbesondere beim Verbandsligisten Lit Tribe Germania und beim Oberligisten HSV Minden-Nord erschienen als abgeschlossen. Doch nun ging beiden Vereinen jeweils noch ein echter Hochkaräter ins Netz. Lit meldet mit Ann-Cathrin Kamann einen Zugang mit internationaler Erfahrung, der HSV mit Beate Dahle eine Torhüterin, die zuletzt in der 1. Liga Norwegens aktiv war. Mit Miriam Bolduan machten die Germaninnen noch weitere Personalien öffentlich.

„Ein Zugang mit solcher Qualität geht natürlich über das normale Maß hinaus“, freut sich Andrea Leiding über die Zusage Kamanns. Dass der Wechsel vollzogen werden konnte, entsprang einem Zufall. „Florence Niemann und Ann-Cathrin kennen sich von früher und haben sich während der Mannschaftstour auf Mallorca zufällig wiedergetroffen“, sagt Lit-Abeilungsleiter Andre Benecke.

Kamann ergänzt: „Da ich ohnehin mein Studium nach Bielefeld verlegen wollte, passte es einfach ganz gut. Und das Projekt, an dem ich maßgeblich mitwirken möchte, hat mich einfach gereizt“, verdeutlicht die 24-Jährige, die in diesem Sommer ein Angebot des Erstligisten Frisch Auf Göppingen ausschlug. „Über die Anfrage habe ich mich natürlich gefreut, weil man spürt, dass man noch auf dem Radar der Erstligisten ist“, sagt sie. Denn zwischenzeitlich schien es so, dass die wurfgewaltige Rückraumspielerin nie wieder würde Handball spielen können. Die Geschichte dahinter: Ein halbes Jahr nach ihrem Wechsel zum Vorzeigeklub HC Leipzig im Januar 2016 stellte sich heraus, dass die frühere Junioren-Nationalspielerin zwei Jahre lang mit einer schweren Knieverletzung gespielt hatte. Die hatte sie sich in ihrer Zeit bei der HSG Blomberg-Lippe während eines Juniorinnen-Länderspiels zugezogen. „Es war Glück im Unglück, dass ich mich in Leipzig am Meniskus verletzte und sich bei den Untersuchungen die weiteren Verletzungen herausstellten.“ In insgesamt drei Operationen wurden der Meniskus- und der Knorpelschaden sowie der Bruch des Oberschenkelknochens behoben. Es hieß, Kamann könne wahrscheinlich nie wieder Handball spielen. Bis dahin war es beim HCL für sie prächtig gelaufen: Nach 2014 mit der HSG Blomberg-Lippe gewann Kamannn ein zweites Mal den DHB-Pokal, kam in der Champions-League zum Einsatz und erreichte mit dem Klub das Halbfinale des EHF-Cups gegen den TuS Metzingen. Nach einem einjährigen Gastspiel beim Verbandsligisten HSG Hohenlimburg, wo sie an der Seite ihrer Mutter Natalie spielte, bleibt sie im Amateurbereich tätig. Die Studentin stört das aber nicht. Ganz im Gegenteil. „Ich freue mich total auf die vielen Derbys in dieser hanbdallverrückten Region.“

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Lit-Frauen strukturieren um und setzen sich große Ziele

Marcus Riechmann am 16.06.2018

Hille (mt). Es liegt im Wesen einer Spielgemeinschaft, dass sie Fremdes zusammenführt, dass sie Vereine und Sportler eint. Bei Lit Tribe Germania als Zusammenschluss der Handballer von TVG Nordhemmern, RSV Mindenerwald und VfB Holzhausen geht man nun den nächsten Schritt und setzt auf Eigenständigkeit. Man will den Frauenhandball auf eigene Füße stellen: Eine eigene Leitungsebene und wie bisher die Holzhauser Bürgerhalle als eigene Spielstätte sollen die Basis für erfolgreiche Zeiten sein

„Wir passen die Struktur im Frauenbereich an die bei den Männern an“, sagt Lit-Chefkonstrukteur Christian Niemann, der ganz nebenbei mit diesem Schritt ein bisschen Gleichberechtigung betreibt. Das bedeutet: Die Handballfrauen der Germanen erhalten einen Abteilungsleiter und eine sportliche Leitung und damit unabhängig agierende Entscheidungsträger. Das soll zunächst der ersten Mannschaft, die in der Verbandsliga spielt, zu Gute kommen. Niemann hat aus seinem Geschäftsleben gelernt: „Um dauerhaft erfolgreich arbeiten zu können, muss man Strukturen schaffen.“ Wenn Niemann erfolgreich sagt, dann meint er das auch: Die Investition in die neuen Posten muss sich am Ende rechnen. Doch davon geht der Chef aus. „Ich sehe eine Perspektive“, sagt Niemann und erhofft neue Impulse im Sponsoring: „Wenn wir es schaffen, den Frauenhandball auf ein gewisses Level zu heben, eröffnet das strategische Möglichkeiten für die gesamte Spielgemeinschaft.“

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